Marleni – preußische Diven blond wie Stahl


Von Thea Dorn
Puppentheater der Stadt Magdeburg
Premiere Oktober 2010


Regie/Bühne: Frank Alexander Engel
Figuren: Kattrin Michel, Frank Alexander Engel
Kostüme/Bühne: Kerstin Schmidt
Sound: Nis Sogaard
Geräusche/Percussion: Daniel Szwillus

 

Gegensätzliche Frauenleben werden sich ganz ähnlich

Von Liane Bornholdt

Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl sind die Preußischen Diven. Sie begegnen sich in Thea Dorns Stück „Marleni“ am Todestag Marlene Dietrichs in der Nacht vom 5. Zum 6. Mai 1992. Frank A. Engel inszenierte das Stück für das Puppentheater Magdeburg mit Susanne Sogarrd und Margit Hallmann als Marlene und Leni.(…) In der Puppentheaterinszenierung treffen die beiden Greisinnen aufeinander, die von Margit Hallmann (Leni Riefenstahl) und Susanne Sogarrd (Marlene Dietrich) geführt werden. Aber die beiden Spielerinnen verkörpern die beiden Diven auch als Schauspielerinnen. So werden das Springen durch die Zeiten, Erinnerungen und Gegenwart sichtbar. Schauspiel und Puppenspiel wechseln sich ab, gehen auch ineinander über. Beide Spielerinnen meistern diese Übergänge sehr gut, es gelingt ihnen, locker, auch witzig, jedenfalls spielerisch im besten Sinne damit umzugehen. Die beiden Puppen, von Kattrin Michels und Kerstin Schmidt geschaffen, sind außerordentlich ausdrucksstark. Sie spiegeln, nur wenig überhöht, in ihrer Porträtähnlichkeit das fast schon groteske Ende mitsamt der Legendenbildung um die beiden Kunst- und Filmfrauen wider. Die Puppen bleiben immer Zuschauerinnen, wenn beide Spielerinnen an ihre Lebensläufe erinnern, und sie geben ihre mal abgeklärten, fast altersweisen, meist aber ironischen, auch giftigen Kommentare. Sie, die greisen Puppen, erlauben sich auch, die eigenen Legenden zu verlassen und sehr menschlich zu werden.(…) Mit dem Doppelspiel, in dem das Schauspiel und das Puppenspiel ihre Plätze tauschen, die Schauspielerinnen sind die Kunstfiguren, die Puppen die menschlichen, ist es Regisseur Frank Alexander Engel gelungen, dem Schau- und Hörspiel von Thea Dorn eine wirklich neue Dimension zu geben. Eine gelungene Inszenierung.

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