Das Haus des Wurdalak


Nach Alexei Konstantinowitsch Tolstoi von Marc Gruppe
Puppentheater der Stadt Magdeburg
Premiere 30. März 2012


Regie/Buch/Bühne: Frank Alexander Engel
Puppen/Kostüme/Masken: Kerstin Schmidt, Kathrin Stock, Frank Alexander
Sound: Nis Sogarrd
Fotos: Jesko Döring

 

Faszinierendes Puppenspiel mit ganz schön fiesen Vampiren

Das Haus des Wurdalak unter der Regie von Frank Alexander Engel feiert im Puppentheater Magdeburg Premiere

Von Claudia Klupsch

Ein Wurdalak ist ein teuflischer Vampir. Er ist scharf auf frisches warmes Blut. Er hat es auf nahe Anverwandte, auf seine Liebsten abgesehen. Er saugt sie aus. Bis auf den letzten Tropfen. Ein untotes Wesen, schauerlich, grässlich. Das Puppentheater nimmt auf eine Reise in „Das Haus den Wurdalak“ mit. Freitagabend war Premiere.

Alexei Konstantinowitsch Tolstois „Die Familie des Vampirs“ von 1839 gilt als eine der wichtigsten Vampirgeschichten Europas. Autor und Erzählung sind jedoch in Vergessenheit geraten. Das Magdeburger Puppentheater hat sich nun der Geschichte in der Bühnenversion von Marc Gruppe angenommen.

Mit „Das Haus den Wurdalak“ ist eine unheimlich spannende, beeindruckende Inszenierung unter der Regie von Frank Alexander Engel gelungen. (……) Die von Kathrin Stock geschaffenen Puppenköpfe mit Kostümen von Kerstin Schmidt zeigen den von der Liebe enttäuschten jungen Mann, der auf eine gramgebeutelte, vom harten Leben gezeichnete Familie in einer ihm fremden Welt trifft. Dass die Puppengesichter unbeweglich sind, macht das Agieren der Puppenspieler schnell vergessen. Sie führen konzentriert die Figuren, allen voran Robert Liebner, Margit Hallmann und Luise Bose. Das Ensemble meistert mit Bravur das intensive Spiel. Puppen und Spieler verschmelzen. Vergessen ist, das es nicht die Puppe ist, die spricht, dass es zwei Menschen sind, die sie perfekt abgestimmt bewegen. Puppen zeigen Gefühle wie Angst, Liebe, Verzweiflung. So muss sie sein, die hohe Kunst des Puppenspiels. Spiel- und Sprechkunst machen die Figuren lebendig.

Das Publikum ist mit gefangen in einer Atmosphäre des Unheimlichen und Modrigen. Die Geschichte zieht in den Bann- ganz ohne Beiß- und Saugszenen.

Raffiniert gezimmertes sparsames Bühnenmobiliar, effektvolles Spiel mit Licht und Schatten, schwarz verhüllte Wesen der Finsternis und nicht zuletzt der mystische Sound samt Wolfsgeheul von Nis Sogarrd versetzen in dieses kleine, unglückliche Dorf, dessen Bewohner hilflos einer hypnotisierenden dunklen Macht ausgeliefert sind.(…) Jedem seinen Schauer, so intensiv, wie er will.

Jedem das Erlebnis eines faszinierenden Puppenspiels hohen Niveaus- bei „Das Haus des Wurdalaks“.

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